Warum Jesus kein gewöhnlicher Mensch ist
1) Die Szene, in der er die Vergangenheit der Samariterin benannte
Johannes 4: Das verborgene Leben und der Durst einer Frau, durchschaut noch vor dem Gespräch
Das Erste ist die Geschichte der Frau am Brunnen in Samarien.
Im Johannesevangelium (Gospel of John) Kapitel 4 sagt Jesus zu einer Frau, der er zum ersten Mal begegnet, sie solle ihren Mann rufen. Als die Frau sagt, sie habe keinen Mann, erzählt Jesus ihre Vergangenheit genau. „Fünf Männer hast du gehabt, und den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann.“ Die Frau staunt und sagt, er sei ein Prophet. Es wirkt, als kenne er ihr Leben schon, bevor das Gespräch beginnt.
2) Die Szene, in der er Nathanaels verborgenen Ort sah
Johannes 1: Ein Blick, der Einsamkeit und Innerstes unter dem Feigenbaum durchschaute
Das Zweite ist die Szene der ersten Begegnung mit Nathanael.
Als Nathanael Jesus im ersten Kapitel desselben Evangeliums zum ersten Mal sieht, sagt Jesus über ihn: „Siehe, ein rechter Israelit.“ Als Nathanael fragt: „Woher kennst du mich?“, antwortet Jesus: „Als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.“ Als Nathanael das hört, bekennt er sofort: „Du bist Gottes Sohn.“
3) Die Szene, in der er die Herzensgedanken der Schriftgelehrten aufdeckte
Matthäus 9: Eine Frage an die nicht ausgesprochenen Gedanken der Gotteslästerung
Das Dritte ist eine Szene, in der er die inneren Gedanken der Menschen kennt und antwortet.
Als Jesus im Matthäusevangelium (Gospel of Matthew) Kapitel 9 die Vergebung der Sünden zuspricht, denken die Schriftgelehrten bei sich: „Das ist Gotteslästerung.“ Doch Jesus sagt sofort: „Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?“ Das Gespräch geht weiter, als kenne er Gedanken, die nicht ausgesprochen wurden.
4) Die Szene, in der er die inneren Zweifel des Pharisäers zerschlug
Lukas 7: Das Selbstgespräch des Pharisäers über die prophetische Eignung und ein verteidigendes Gleichnis
Das Vierte ist eine Szene, in der er die inneren Gedanken eines Pharisäers kennt.
Im Lukasevangelium (Gospel of Luke) Kapitel 7 denkt ein Pharisäer bei sich: „Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, was für eine Frau das ist.“ In diesem Moment benennt Jesus genau diesen Gedanken und beginnt ein Gleichnis.
5) Die Szene, in der er den heimlichen Streit der Jünger aufdeckte
Markus 9: Ein stiller Tadel für das Gespräch über die Rangordnung auf dem Weg
Das Fünfte ist eine Szene, in der er vom Streit der Jünger weiß und fragt.
Im Markusevangelium (Gospel of Mark) Kapitel 9 streiten die Jünger auf dem Weg darüber, wer von ihnen der Größte ist. Jesus war nicht dabei, fragt sie aber: „Was habt ihr auf dem Weg verhandelt?“ Die Jünger bringen kein Wort heraus.
6) Die Szene, in der er den Verrat des Judas Iskariot ankündigte
Johannes 6: Ein verborgener Plan des Abfalls in der Gemeinschaft und eine vorausgehende Warnung
Das Sechste ist eine Szene, in der er den Verrat im Voraus kennt.
Im Johannesevangelium (Gospel of John) Kapitel 6 sagt Jesus voraus, dass einer der Jünger ihn verraten wird. Das Evangelium erklärt, dass damit Judas Iskariot gemeint war.
Fazit: Göttliche Einsicht, die über einen bloßen Lehrer hinausgeht
Die grundlegende Frage, die Jesu Art des Gesprächs stellt, die menschliche Gedanken und Vergangenheit durchdringt
In diesen Szenen zeigt sich ein gemeinsames Merkmal.
Wenn Jesus mit Menschen spricht, beantwortet er nicht einfach Fragen, sondern führt das Gespräch so, als kenne er ihre Gedanken, ihre vergangene Lage und sogar ihre verborgenen Absichten.
Darum stellen sich Leser der Evangelien ganz natürlich die Frage:
„War er nur ein Mensch – oder mehr als das?“