Die Entdeckung der Lehmschicht der Noah-Flut, die Gilgamesch widerlegt
Die Entdeckung einer Flutlehmschicht unmittelbar vor der sumerischen Zivilisation
Bei Leonard Woolleys Ausgrabungen in den 1920er-Jahren wurde eine 2,4 bis 3,7 Meter dicke Schicht aus wasserabgelagertem Ton und Schluff festgestellt. Sie enthält keinerlei menschliche Spuren und ist die Ablagerung eines einzigen Ereignisses, vollständig von Wasser fortgespült und auf einmal abgesetzt. Unter der Schicht findet man bemalte Keramik und Funde der Obed-Kultur, über der Schicht tauchen plötzlich Funde der sumerischen Zivilisation auf. Das heißt, unmittelbar nach der großen Flut begann sofort die sumerische Zivilisation.
Eine hydraulische Simulation von Wassermenge und Standzeit
Eine überflutete Fläche von etwa 1.000 km² mal 2 m Dicke ergibt 2 km³. Bei einer angenommenen Trübungskonzentration von 1 % braucht man 200 km³ Wasser; bezogen auf das gesamte Einzugsgebiet von Tigris und Euphrat von etwa 880.000 km² entspricht das im Durchschnitt etwa 227 mm zusätzlichem Niederschlag. 500 bis 1.000 mm sind eine vorsichtige Schätzung und bei einer echten großen Flut durchaus möglich. Auch eine Standzeit von 1 bis 6 Monaten ist realistisch: Bei einer Ablagerungsrate von 1 bis 5 cm pro Tag ergeben sich 40 bis 200 Tage, was perfekt zu einer Umgebung passt, in der Ton langsam absinkt. Betrachtet man die Zeitskala, liegt die geschätzte Standzeit der Flutschicht von Ur bei 1 bis 6 Monaten, und die Noah-Flut mit 40 Tagen Starkregen plus 150 Tagen Hochwasser dauerte etwa fünf Monate oder länger – das deckt sich fast genau. Das stützt stark die Möglichkeit, dass die biblische Darstellung eine lebendige Erinnerung an eine regionale große Flut ist.
Ein wissenschaftlicher Vergleich zwischen dem Gilgamesch-Epos und dem Bericht über die Noah-Flut
Die Flut im Gilgamesch-Epos endet nach nur sechs bis sieben Tagen und passt darum überhaupt nicht zur Dicke der Lehmschicht. Die Noah-Erzählung mit 40 Tagen Regen ist auch zeitlich viel realistischer. Zudem hat das Schiff in Gilgamesch die unwissenschaftliche Form eines Würfels, während die Arche Noah in stabilen Proportionen gebaut wurde, die auch die moderne Wissenschaft anerkennt. Allerdings scheint die Flut auf den mesopotamischen Raum beschränkt gewesen zu sein. Denn allein mit Wolken die ganze Erde 40 Tage lang mit Regen zu bedecken, ist von der Menge des Wasserdampfs her unmöglich. Für Noah sah es sicher so aus, als sei die ganze Welt untergegangen. Denn er hatte keinerlei Möglichkeit festzustellen, wie es im Inneren Asiens oder in Europa aussah.
Fazit: Wie die Topografie Mesopotamiens und das chronologische Puzzle zusammenpassen
Die Berge, die Noah erlebte, waren wahrscheinlich die niedrigen, sanften Berge von Ararat. Viele Historiker und Bibelwissenschaftler meinen, das biblische Ararat sei nicht der Name eines bestimmten heutigen Berges gewesen, sondern habe die ganze damalige Region bezeichnet. Die große Flut fegte über das Land, die sumerische Zivilisation wurde errichtet, und Abrahams Reise begann. Hilfreich ist eine Suche nach meinem früheren Beitrag „Die Sintflut Noahs und Abraham, belegt durch DNA“.