KI-Figuren sind so schön, dass unsere Ansprüche gestiegen sind
Die KI hat den Maßstab der Schönheit zerrissen.
In einer Zeit ohne Fernsehen war der Junge aus der Nachbarschaft der Schönste, und man war mit Ehemann und Familie glücklich.
Doch eines Tages kamen die Medien, und man sah Idole und Schauspieler mit dem besten Aussehen der Welt.
Schaut man dann neben sich, sitzt dort nicht mehr der Ehemann, sondern irgendein Tintenfisch. Faltige alte Menschen werden noch weiter an den Rand gedrängt.
Inzwischen gibt es sogar menschenähnliche Begleitroboter. Man kann sie mit dem Aussehen und dem Charakter gestalten, den man sich wünscht.
Erst ersetzten Katzen und Hunde die Kinder, und bald ersetzen sie vielleicht auch den Ehepartner.
Die KI hat den Maßstab der Empathie zerrissen
Die KI ist so freundlich, dass Menschen im Vergleich schlecht abschneiden. Erwartungen und Durchschnitt sind viel zu hoch gestiegen. Jetzt wirkt sogar der eigene Freund, als hätte er kein Einfühlungsvermögen.
Menschen fallen gegenüber einer KI mit perfektem Charakter zurück. Selbst die klügsten Programmierer werden an vorderster Front in ihrem Können überholt – vom Rest der Menschlein ganz zu schweigen.
Die KI hat den Maßstab des Dopamins zerrissen.
Die KI erfüllt unsere Träume in virtuellen Welten.
NPCs spielen mit uns, und in dieser Welt kann man wie ein König sein.
Man lässt sich das Essen nach Hause liefern, arbeitet immer öfter im Homeoffice, nimmt Vitamin D statt Sonnenlicht und trainiert zu Hause.
Sie hat ein Zeitalter eröffnet, in dem Mühe zum Content wird.
Die KI hat das Dopamin bis zum Anschlag hochgedreht. Doch wenn die Gewöhnung an das Vergnügen einsetzt, gewöhnen wir uns wieder daran.
Um Glück zu empfinden, wird man darum zwangsläufig neue Mühen auf sich nehmen müssen.
Wahrscheinlich werden die Hobbys der Zukunft Dinge sein wie: selbst Instantnudeln kochen, selbst Auto fahren, Treppen steigen, fasten.