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Hayera Mystery
Götter & Mythen

Auch die Flut im Gilgamesch-Epos ist ein Plagiat.

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Auch die Flut im Gilgamesch-Epos ist ein Plagiat. — Götter & Mythen (1/2) Auch die Flut im Gilgamesch-Epos ist ein Plagiat. — Götter & Mythen (2/2)
Auch die Flut im Gilgamesch-Epos ist ein Plagiat. · Hayera Mystery (Frei nutzbar)

1) Die erzählerische Ähnlichkeit zwischen dem Gilgamesch-Epos und der Sintflut Noahs


Der gemeinsame Aufbau mesopotamischer Texte und der Genesis: Arche, Beobachtung durch Vögel und Opfer
Die Flutgeschichte im Gilgamesch-Epos ist der Geschichte Noahs sehr ähnlich.

Mehrere Götter beschließen eine Flut, weil die Menschen laut sind und sich vermehren und sie das stört (sind das Götter?)
Der Gott „Ea“ verrät es heimlich einem Menschen
Er baut ein großes Schiff und nimmt Familie und Tiere an Bord
Nach der Flut lässt er Vögel fliegen, um das Land zu prüfen
Nach dem Überleben bringt er den Göttern ein Opfer dar → er erhält Unsterblichkeit

„Die biblische Geschichte von der Sintflut Noahs ist vom Gilgamesch-Epos abgeschrieben.“

Diese Behauptung wurde gleich nach der Entdeckung der elften Tafel des Gilgamesch-Epos im späten 19. Jahrhundert mit Nachdruck erhoben und wird bis heute auf koreanischem YouTube, in Online-Foren und in atheistischen Büchern unter dem Deutungsrahmen „Die Bibel ist ein Flickwerk alter Mythen“ immer wieder verbreitet. Überzeugend ist jedoch die Ansicht, dass dies eine einfache Logik ist, die nur die Ähnlichkeiten hervorhebt und die grundlegenden Unterschiede und den kulturellen Kontext absichtlich auslässt.

2) Die quellenkundliche Grenze, dass man Plagiat nicht aus einer bloßen zeitlichen Reihenfolge ableiten kann


Die historische Tiefe mündlicher Überlieferung und die schrittweise Neugestaltung sumerischer Sagen
Erstens ist schon die Voraussetzung „Was zuerst aufgeschrieben wurde, ist das Original“ falsch.
Der Flutteil des Gilgamesch-Epos (in vollendeter Form um 2100 bis 1200 v. Chr.) ist als schriftliche Aufzeichnung zwar älter, doch in alten Gesellschaften ging mündliche Überlieferung der Schrift um Hunderte bis Tausende Jahre voraus. Die Wurzeln der Noah-Geschichte reichen mündlich sehr wahrscheinlich viel weiter zurück. Allein aus dem Zeitpunkt der Aufzeichnung „Original gegen Plagiat“ abzuleiten, ist ein logischer Sprung.
Auch der Trojanische Krieg wurde mündlich überliefert und erst 400 Jahre später aufgeschrieben.
Auch das Gilgamesch-Epos selbst wurde unter Rückgriff auf viel ältere sumerische Stoffe wie die „Ziusudra-Sage“ oder das „Atrahasis-Epos“ neu gestaltet.

3) Die gemeinsame weltweite Erinnerung an eine große Flut und die Theorie des gemeinsamen Kulturerbes


Fehlende Belege für direkte Textabschrift und eigenständige Abwandlungen nach dem Weltbild jedes Kulturkreises
Zweitens ist Ähnlichkeit kein Beweis für Abschrift, sondern gemeinsames Kulturerbe.
Flutsagen gibt es nicht nur in Mesopotamien (Ziusudra, Atrahasis, Gilgamesch), sondern auch in Griechenland, Indien, China, bei den amerikanischen Ureinwohnern und überall auf der Welt. Es ist vernünftig, dies als Ergebnis davon zu sehen, dass jede Kultur die Erinnerung an eine tatsächlich erlebte große Flut nach ihrem eigenen Weltbild neu gestaltet hat.
Nötig wären eine direkte literarische Abhängigkeit, Verbreitungswege und Spuren struktureller Abschrift. Doch solche Belege wurden bis heute nicht gefunden.

4) Launische polytheistische Mythen gegenüber dem ethischen, gerechten Monotheismus der Bibel


Der grundlegende Unterschied zwischen emotionaler Vernichtung wegen Lärms und einem geordneten Gericht über moralischen Verfall
Drittens steht der Kern des Inhalts in völligem Gegensatz.

•Gilgamesch: Die Götter (Enlil u. a.) lösen die Flut aus einem emotionalen, launischen Grund aus, weil die Menschen „so laut sind, dass sie nicht schlafen können“. Nach der Flut strömen die Götter „wie Fliegenschwärme“ zum Opferduft, der vom Schiff aufsteigt, und bereuen.
•Bibel: Der eine Gott Jahwe sendet die Flut als gerechtes Gericht über den „moralischen Verfall, die Gewalt und die Sünde“ der Menschen. Nicht kindliche, emotionale Laune, sondern Ordnung und Gerechtigkeit stehen im Vordergrund.

Fazit: Das Erbe des Panbabylonismus und die Bestätigungsverzerrung, verbreitet durch hypervernetzte Medien


Die Verbindung eines antichristlichen Deutungsrahmens, der den komplexen religionsvergleichenden Kontext ausblendet, mit dem YouTube-Ökosystem
[Warum hat sich diese Behauptung dann gerade in Korea so stark verbreitet?]

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert griffen im Westen Leute wie Friedrich Delitzsch die Originalität der Bibel an und behaupteten, die babylonische Kultur sei der Bibel überlegen.
Von antichristlichen Kräften in Korea wurde das unter dem Deutungsrahmen „Die Bibel ist eine Nachahmung alter Mythen“ als Werkzeug benutzt, um das Christentum zu Fall zu bringen.
Unter Auslassung der komplexen wissenschaftlichen Diskussion verbreitete es sich wie eine „Geheimgeschichte“ rasch über soziale Medien und YouTube. Das ist das Ergebnis einer massenhaften Verbreitung ungeprüfter, zusammengeflickter Informationen.

Original lesen (Koreanisch) →
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