Die besondere Art, wie Juden den Zehnten verwalten
1) Der jüdische Zehnte als Gemeinschaftsfonds und seine Finanzstruktur
Zinslose Darlehen und maßgeschneiderte Geschäftsplanung jenseits bloßer Konsumausgaben
Juden verbrauchen den Zehnten nicht einfach. Ein Teil wird als Gemeinschaftsfonds angespart und an Menschen, die Geld brauchen, zu niedrigen Zinsen oder zinslos verliehen. Wichtig ist, dass man nicht einfach verleiht, sondern gemeinsam plant, wie das Geld eingesetzt wird.
2) Spenden und Mentoring als ganzheitliches Programm zur Selbstständigkeit
Eine stufenweise Mittelvergabe, verbunden mit Risikoberechnung und Training im Überwinden von Misserfolgen
Man spendet nicht nur. Man trainiert gemeinsam, wie man denkt, wie man Risiken berechnet und wie man nach einem Misserfolg wieder aufsteht. Ein Mentor wird zur Seite gestellt, und die Mittel werden stufenweise ausgezahlt. Darum ist es weniger eine einfache Unterstützung als vielmehr ein „Programm zur Selbstständigkeit“. Wer unterwegs absichtlich betrügt oder das Vertrauen bricht, wird sanktioniert. Doch das Scheitern an sich gilt nicht als Problem. Wer scheitert, bekommt die Chance, es erneut zu versuchen, und seine Erfahrung wird zum Kapital.
3) Ein neuer Zweck des Reichtums zur Mehrung des Gemeinschaftsvermögens
Altruistische Kapitalbildung, bei der der Erfolg des Einzelnen zur Ressource der Gemeinschaft wird
Reich zu werden ist nicht das Ziel an sich. Man vermehrt das Kapital, um mehr helfen zu können. Der Erfolg des Einzelnen wird zur Ressource der Gemeinschaft, und diese Ressource hilft wiederum dem Nächsten auf. Keine bloße Spende, sondern ein Kreislauf. Manche scheitern, doch das Ganze ist so angelegt, dass es erhalten bleibt und wächst. Entscheidend ist nicht das Glück, sondern die Struktur.
4) Unterschiede bei der Bildung von Startkapital durch Geldgeschenke zur Bar Mizwa
Mit 13 Jahren gesichertes Startkapital und die realwirtschaftliche Bildung jüdischer Jugendlicher
Jüdische Jugendliche feiern mit 12 bis 13 Jahren ihre Bar bzw. Bat Mizwa. Die Geldgeschenke, die dabei zusammenkommen, betragen im Schnitt etwa 40 bis 70 Millionen Won. Etwa 90 % der israelischen Jugendlichen haben also schon mit 13 ein „Startkapital“ von mehreren zehn Millionen Won und beginnen mit wirtschaftlicher Bildung. In Korea ist das das Alter, in dem die Hölle der Nachhilfekosten beginnt. Schon als Jugendliche entwickeln sie ein Gespür für den Umgang mit Geld. Man gibt ihnen kein großes Geld, sondern lässt sie auch kleine Beträge selbst anlegen. Darum werden sie in ihren Zwanzigern nicht zu Menschen, die sich Geld leihen, sondern zu Menschen, die Geld verwalten können.
Fazit: Hohe Beteiligung an den Einrichtungen gegenüber volkswirtschaftlichen Beschränkungen
Ein hochentwickelter innerer Kreislauf neben makroökonomischen Grenzen
10 bis 13 % der Gemeinschaft nutzen den Zehnten aktiv auf diese Weise, und bei den Geldgeschenken liegt die Beteiligung bei über 90 bis 95 %. Doch wegen hoher Preise, endloser Kriegskosten und der hohen Unterhaltskosten für die religiösen Haredim liegt Israel beim BIP pro Kopf nur etwa auf Platz 15 bis 20.