Freude ist Übung.
Probleme, die immer wieder entstehen
Blickt man auf das Leben zurück, gibt es weit mehr Probleme zu lösen als schöne Dinge.
Morgens will man nicht aufstehen, der Weg zur Arbeit ist anstrengend. Die Straßen sind verstopft, die Arbeit stapelt sich, und es gibt Reibereien mit Menschen. Die Preise steigen, man muss auf seine Gesundheit achten, und der Handyakku ist schnell leer. Unerwartete Ausgaben kommen ohne Ende.
Erstaunlicherweise entstehen Probleme von selbst. Auch wenn man nichts tut, wächst die Zahl der Dinge, die zu lösen sind.
Freude, die schnell verschwindet
Freudige Dinge gibt es dagegen nicht viele.
Einmal der Zahltag, eine leckere Mahlzeit, eine kurze Pause am Wochenende, ein Freund, den man lange nicht gesehen hat.
Und selbst das hält nicht lange. Das Gehalt geht gleich nach dem Eingang für Miete, Kreditkarte und Nebenkosten drauf, das leckere Essen ist in dem Moment vorbei, in dem man es isst. Auch nach einer Reise kehrt man schließlich in den gewöhnlichen Alltag zurück.
Glück kommt nicht ständig, nur weil man still wartet. Im Gegenteil: Wer sich gar nicht bemüht, sieht nur noch Probleme.
Freude ist nicht angeboren, sondern Übung
Glück ist kein Gefühl, das nur Glückspilzen gehört. Es ähnelt eher einer Fähigkeit, die mit Übung wächst.
Eine Harvard-Studie berichtete, dass optimistische Menschen im Durchschnitt etwa 11 bis 15 % länger lebten als andere. Außerdem zeigten Menschen, die regelmäßig ein Dankbarkeitstagebuch führten, tendenziell mehr Glück und Lebenszufriedenheit.
Auch die Hirnforschung erklärt das.
Unser Gehirn besitzt die Eigenschaft der Neuroplastizität und verändert seine neuronalen Schaltkreise entsprechend wiederholter Gedanken und Handlungen. Wer auch für Kleinigkeiten dankbar ist, bewusst lächelt und immer wieder positiv deutet, dem wird diese Denkweise zunehmend selbstverständlich.
Umgekehrt berichten Studien immer wieder, dass die Konzentration auf negative Gedanken Stresshormone erhöht und sich ungünstig auf Herz-Kreislauf-Gesundheit und Immunfunktion auswirken kann.
Wird man glücklich, wenn man wartet?
Viele Menschen denken so:
„Wenn ich mehr Geld habe.“
„Wenn ich befördert werde.“
„Wenn ich ein Haus kaufe.“
„Wenn alle Probleme gelöst sind.“
Dann, sagen sie, werden sie glücklich sein.
Doch das Leben besteht nun einmal aus endlos aufeinanderfolgenden Problemen. Löst man eines, entsteht ein anderes. Der Tag, an dem alle Probleme verschwinden, kommt nicht.
Ein altes Sprichwort spricht vom Glück im Unglück des alten Mannes an der Grenze, ein anderes davon, dass dem Guten oft Unheil folgt.
Schlechtes kann der Anfang von Gutem sein, und Gutes bringt manchmal unerwartete Schwierigkeiten mit sich.